Friday, 10. october 2008
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22:32
irgendwie ist mir gestern der tag entglitten... ich bin um drei früh aufgewacht und keiner war da. finster wars und ich hatte meine sachen noch an... und heut früh hab ich hundertmal den wecker
ausgemacht. das ist mir so in fleisch und blut übergegangen, wenn es das erste mal klingelt, nehm ich den wecker in die hand und tu die unters kopfkissen. immer wenn es klingelt drück ich so lang
von allen seiten auf den kleinen klotz, bis er schweigt. das mach ich dann den ganzen morgen so, ohne es eigentlich zu merken. gewisse probleme gibts nur, wenn das telefon klingelt.
und dann erschien mir im traum ein weißer axolotl und der sprach zu mir mit süßer stimme: knaukemanauke, dies klingeln in deiner hand hat einen bestimmten grund! finde diesen grund und finde den
pokalkönig! und ich dachte nach und plötzlich wußte ich, daß es zeit zu gehen ist. es war schon halb acht.
aber irgendwie bin ich auch nicht ausgeschlafener als halb 7....
zum beweis habe ich mit meinem traumaufzeichner ein bild von dem axolotl gemacht, in dessen kiemen das universum zu hause ist:
der axolotl bleibt sein leben lang eine kaulquappe. würde er erwachsen, zöge er steife klamotten an, spräche er theoretisch, schlösse er verträge ab, zahlte er steuern, machte er sich sorgen, dann
fielen ihm die kiemen aus und das ganze universum wäre dahin und wir auch. so beruht unser aller existenz allein darauf, daß der axolotl ein kind bleibt, naiv und sorglos in den tag
hineinschwimmt.
denk da mal drüber nach...
von Knaukemanauke
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veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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