Thursday, 17. july 2008 4 17 /07 /Juli /2008 12:02
ich bin am boden zerstört.
dieses aufstehen bringt mich irgendwann um. vor allem, weil der zusammenbruch immer schleichend über dich kommt. wen du in der bahn stehst und die ganze zeit auf einen leeren sitz schaust und den zusammenhang zwischen sitz und stehen nicht begreifst, bis ein trupp pickliger studiermädchen in windjacken um dich drängt und geminsam laut für ne prüfung lernt und seine elende existenz durch die ganze bahn schreit (was issn der unterschied zwischen steuern und regeln??) und du schaust und begreifst, aber auf dem leeren sitz sitzt nun ein dünnes geschöpf mit einem verunglückten barbierexperiment auf den schultern, schmalen Lippen und einem langweiligen buch. das hat auch der sitz nicht verdient. verdammt. regeln = messen und steuern. das weiß doch jeder blödmann, dazu mußman nicht frühs mit der 3 in die uni fahrn wenn ich da bin und sein antiwissen auch noch so enthemmt allen vor die füße kippen.

naja, jedenfalls hab ich mich heut früh so umgesehen und festgestellt, daß mir formen und muster überhaupt nichts sagen. null. wahrscheinlich hab ich auch deshalb meine jacke nicht gefunden. weil ich sie einfach nicht vom stuhl, auf dem sie hängt, unterscheiden konnte. hab ich halt die andre angezogen. war kalt, auch das noch. kannst dir vielleicht vorstellen, was für ungeheure schwierigkeiten es macht, all die tasten hier mit ihren für meinen aggregatzustand völlig identischen beschriftungen auseinanderzuhalten. meine shiftlocktaste piept jetzt seit einiger zeit. da weiß man immer, wenn sie gedrückt ist. die anderen tasten sollten auch akkustisch untermauert sein, sollten "a" oder "s" sagen. und wenn man schnell genug tippt, kann man die worte hören... das wär doch was, oder? oh je. oh je. ich hab manchmal den verdacht, das kommt von der prise muskatnußpulver, das ich mir manchmal in die einschlafmilch tu. man müßte ds mal in einem experiment erörtern. ich vermute einen effekt von tiefster gleichgültigkeit in den unteren bewußtseinsschichten, der das aktive denken allerdings nicht direkt betrifft. man möchte denken, aber dem gehirn ist das egal. so in etwa stelle ich mir den muskateffekt vor. nicht grad interessant, aber das erklärt auch, wie man mit der nuß gut einschlafen kann. wahrscheinlich liegt man noch eine weile wach und ruft in seinen kopf hinein "spiel mit mir!!!" aber keiner antwortet. da macht wachbleiben einfach keinen sinn mehr.

und dann sitzt man da, an einem fremden tisch, ohne jacke und vor einem stehen zwei schwarze tassen, die je ein schwarzes, erkaltendes getränk schlimmster geschmackscoleur enthält. eins ist tee, eins kaffee und die milch ist alle. und alles was man denken kann ist ein bekanntes filmzitat:

WHY DO YOU LAY THESE TROUBLES ON AN ALREADY TROUBLED MIND?



na, wer hats gesagt???

von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Kommentare

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Kommentarnr1 gepostet von Aada am 17.07.2008 um 15h38
hahaaaa!! klasse! bin echt beeindruckt! schade jetzt, daß es nichts zu gewinnen gab... aber es gibt ein whow von mir. wer hätts gedacht, daß auch noch andre filme gern auf englisch gucken und dann auswendig lernen... oder hast du den spruch einfach nur gegoogelt??? na?
Kommentarnr2 gepostet von knaukemanauke am 17.07.2008 um 21h58
nein, gegoogelt nicht. aber ich hatte zufällig einen rollenspiel-experten neben mir sitzen. du weißt schon...diese speziellen spinner.^^ die lernen sachen auswendig, die eigentlich niemand braucht. den film habe ich jedoch tatsächlich auf englich und deutsch gesehen. darum fühlte ich mich an dieser stelle berechtigt das hier reinzustellen.
Kommentarnr3 gepostet von Aada am 23.07.2008 um 15h59
na, das gilt auch, weils son schöner zufall ist. ich gehör auch zu den leuten. nicht zu den rollenspielern, aber zu denen die nutzlose dinge auswendig lernen. ich hör die hdr-filme immer beim arbeiten, so als klangtapete und hintergrundmurmeln. mit der zeit fräst sich der text ins hirn wie rille in schallplatte. englisch weil man nebenbei die sprache ein wenig lernt. brauch ich dann im urlaub.
Kommentarnr4 gepostet von knauke manauke am 24.09.2008 um 10h01

Über diesen Blog

so ist das hier:

Dieser Blog ist nicht etwa ein literarisches Machwerk, Fiktion und Tralala oder Hobbyschreibspaß. Meine Freundin, die auf den überaus lustigen Namen Tanja Pinkel manchmal hört, bloggt hier immer Mails, die ich ihr von Arbeit schreibe, wenn es mir dort nicht so gut geht. Alles ist echt und nichts erfunden. Auch wenn ich nicht genau weiß, was "bloggen" eigentlich ganz konkret sein soll, freiwillige Offenbarung, communes Händchenhalten, die Gazette der Herzen, der Rahm der Sauertöpfe... egal.

Die Tanja macht eben ihr Ding. Ich geh einfach nur zur Arbeit.

 
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