Friday, 10. october 2008 5 10 /10 /Okt. /2008 22:32
irgendwie ist mir gestern der tag entglitten... ich bin um drei früh aufgewacht und keiner war da. finster wars und ich hatte meine sachen noch an... und heut früh hab ich hundertmal den wecker ausgemacht. das ist mir so in fleisch und blut übergegangen, wenn es das erste mal klingelt, nehm ich den wecker in die hand und tu die unters kopfkissen. immer wenn es klingelt drück ich so lang von allen seiten auf den kleinen klotz, bis er schweigt. das mach ich dann den ganzen morgen so, ohne es eigentlich zu merken. gewisse probleme gibts nur, wenn das telefon klingelt.
und dann erschien mir im traum ein weißer axolotl und der sprach zu mir mit süßer stimme: knaukemanauke, dies klingeln in deiner hand hat einen bestimmten grund! finde diesen grund und finde den pokalkönig! und ich dachte nach und plötzlich wußte ich, daß es zeit zu gehen ist. es war schon halb acht.
aber irgendwie bin ich auch nicht ausgeschlafener als halb 7.... 

zum beweis habe ich mit meinem traumaufzeichner ein bild von dem axolotl gemacht, in dessen kiemen das universum zu hause ist:
der axolotl bleibt sein leben lang eine kaulquappe. würde er erwachsen, zöge er steife klamotten an, spräche er theoretisch, schlösse er verträge ab, zahlte er steuern, machte er sich sorgen, dann fielen ihm die kiemen aus und das ganze universum wäre dahin und wir auch. so beruht unser aller existenz allein darauf, daß der axolotl ein kind bleibt, naiv und sorglos in den tag hineinschwimmt.

denk da mal drüber nach...


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Thursday, 9. october 2008 4 09 /10 /Okt. /2008 22:50
von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Thursday, 9. october 2008 4 09 /10 /Okt. /2008 22:21

mein kalender ist schon wieder seit ner woche weg!

von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Thursday, 9. october 2008 4 09 /10 /Okt. /2008 22:08

 

ich fühl mich heut als hätt ich einen sack reis auf dem kopf liegen.

den jemand da hingeschmissen hat.

 

du bist beim design kurs willkommen, denn der copynerd (der in

wirklichkeit magnus heißt, wie ich seit jetzt weiß)(ich hab ihn bisher immer copynerd genannt, weil ich ihn dauernd kopieren sehe) kann an dem tag nicht und ansonsten hat

keiner ein problem damit.

 

naja, ich war grad mal ne runde draußen, meinen reissack spazieren

tragen und hab gedacht, daß magnus mich irgendwie an eine mischung aus

eiscrem, schnurrbärtige krimihelden und lange glänzende revolver

erinnert... und an schwule mönche und die 80ziger. ist auch nicht besser.

ach...

je.

 

   

zwei sachen:

 

1.) meine haare sind zu lang. ich komm mir vor wie ein collie-hund. und

collie-hunde sind schwule streber.

 

2.) daß magnum jetzt eher mit schokoeis asoziiert wird liegt zu gleichen

teilen an tom selleck, wolfgang petry und ned flanders. da kann der

mitarbeiter x nix für, aber er macht das gesamtensemble durch sein "s"

am ende und seine betont ablehnende haltung gegenüber dem dasein an sich

und dem alltag im besonderen (ist vielleicht auch nur die brille) (man

meint immer, wenn er mal stehen bleibt, schwankt er so bissl wie dein kleiner neffe als

ich ihm die gießkanne weggenommen hab)

äh... auch nicht besser

 

3.) ich möchte einen schlafsessel im büro

 

4.) die sabine schmeißt mir jetzt einen kaffee an

 

antwort:

 

1. haare schneiden kannste haben.

 

2. magnum ist mir scheissegal.

 

3. ich mochte einfach nur schlafen im büro.

 

4. gratualtion zur persönlichen assitentin.

 

und nu mach endlich was sinnvolles.

liebst,

tanja

von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Saturday, 6. september 2008 6 06 /09 /Sept. /2008 13:27

so. heut also. jetzt ist es so weit. zwei wochen nach beendigung meines urlaubs kommt es dann doch wieder über mich.
 

mir ist langweilig.

 

was tun? stillhalten und innerlich dabei zusehen, wie man blöde wird? im bürostuhl hin und herschwingen? gesichtsnuancen probieren, wie man auf kürzestem wege und ohne anstrengung vom einpenngesicht zum angestrengten bildschirmleser wird, wenn auf dem gang jemand vorbeikommt? ich habe da schon eine gewisse meisterlichkeit erreicht. ich muß mich nicht mal mehr aus der liegeposition erheben, schaffe das, auch in vollkommener körperlicher kapitulation eine aura von fleiß und emse um mich herum aufrecht zu halten.

das kommt nicht von ungefähr, ich habe jahre gebraucht, immer wieder mit kleinen, scheinbar unbedeutenden psychologischen guerillaaktionen den gesamten menschenapparat um mich herum zermürbt und mir ein festes fundament für eine nette zeit gelegt.

hihi.
 

so sachen wie mit geschlossenen augen kluge dinge sagen. das bild prägt sich ein und nach einer weile assoziiert man mich auch schlafend mit klugheit und geldwertem vorteil.

oder man trainiert sich selbst. zum beispiel ein vollkommen angespanntes gesicht zu machen, so daß man es förmlich knirschen hört und nicht nur der kopf, sondern scheinbar auch die nahe umgebung unter der zermarterung ächzt, innerlich aber vollkommen heiter und gelöst zu sein. es braucht jahre, bis dies wirklich glaubhaft gelingt. denn immer das gleiche gesicht wirkt auf die dauer maskenhaft und verdächtig. man braucht varianten, spielarten, die man virtuos einsetzen kann.

 

ich kann das.

 

zum beispiel jetzt. um meinem gesicht gerade, wie ich hier sitze und schreibe ausdruck im geschriebenen zu verleihen:

 

hhhhhhhggggggnnnnnnnhhhhhhhh!!!

 

das ist sehr anschaulich, finde ich,, und während ich das schreibe denken alle, die mich sehen, daß ich etwas zutiefst wertvolles verfasse und die qualen, die ich mir dabei auferlege, die menschheit wenn nicht gar retten, so doch zumindest noch ein bißchen voran bringen.

 

doch hinter haut und haar herrscht in etwa folgendes ambiente:

 

pfffffffffffffffffffffffffffffffffffffffvvvvvvvvvvvvvvvvwwwwwwwwwwww............... .

 

man beachte das auffallend kurze, eher fallengelassene aus hingeworfene p am anfang. fast völlig druckfrei, lediglich die eigene oberflächenspannung hält meinen aggregatzustand noch zusammen, dann mit einem winzigen, fast unmerklich gehauchten p entweicht alles ungemach und das konstrukt meines bisherigen aufenthaltes auf erden assimiliert vollständig in den äther.

 

zurück bleibt eine leere hülle, für ungeübte augen großes vollbringend, unbedingt achtbar, denn sie ruft manchmal "schönes wochenende" in den gang hinaus, wenn einer geht, ders schon hinter sich hat. und ausgesprochen wertvoll, denn sie tippt wie verrückt und runzelt den gesamten kopf dabei wie einen schwamm, der sich selbst auspresst. schön. gefällt mir sogar selber gut.

 

jaaaa. und was gibt es sonst noch zu sagen?? die gabi ist jetzt mit dem günther zusammen. günthers hund ist letztes jahr an würmern gestorben und klaus hat sein auto verkauft.
ich stelle meinerseits fest, daß mir so langweilig doch nicht ist bzw. daß das auch recht interessant sein kann, um genau zu sein.

aber ich mach dann doch immer mal ganz gerne was anderes und so richtig fällt mir jetzt auch nichts mehr ein.

von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Friday, 18. july 2008 5 18 /07 /Juli /2008 09:59
...meinem mac anschauen will, dann stecke ich die kamera an den usb port an, sie erscheint auf dem bildschirm und in allen programmen. ein kleines freundliches programm lädt, weil ich es einst drum bat, automatisch alle bilder in einen bestimmten ordner und macht gleich noch meine karte leer für die nächsten.

...dem pc in der anstalt anschauen will, mache ich das gleiche, nur der kasten verkündet nach einer langen weile hefigen grübelns daß er jetzt völlig unerwartet eine neue hardware gefunden habe. ich weiß. ich suche nun nach der unbekannten hardware, die weder auf dem schreibtisch, noch in bridge noch sonstwo erscheint. aha, arbeitsplatz. sie heißt sogar wie meine kamera, die zufällig aufgefundene neue hardware... mittlerweile schlägt mir mein pc mehrere programme vor, die sich der sache annehmen. der windows bilder zerstör assistent wizard zeigt mir zwar auf der kamera befindliche bilder, aber die, die ich eben gemacht habe sind nicht dabei. photoshop startet immerhin, macht aber nichts. der versuch, dort die bilder zu öffnen endet mit der suche nach dem task manager und dem gewaltsamen tod dieser noch so jungen photoshopsession. picasa möchte ich nicht nutzen.
zurück zum arbeitsplatz. versuche die kamera zu öffnen. ein fenster tut sich auf, doch es bleibt leer und unbefleckt. digitales nirvana, auch schön, aber nicht ganz das, was ich wollte. in den folgenden minuten ruckt ab und zu das fenster, das ich kühn ein stück zur seite schieben wollte, ein bißchen hin und her, dann liegt es wieder still. doch es tut sich was: windows schreibt mir mit letzter kraft noch eine meldung, daß es mein unbegreifliches tun jetzt nicht mehr aushalten kann und bietet immerhin noch an eine nachricht wohin auch immer und über was auch immer zu schicken (bekommt dann herr micro soft eine mail in der steht "der böse onkel hat versucht mich zu zwingen, seine bilder anzugucken" oder was?) offenbar hat mein anliegen, bilder von einer digitalkamera auf die festplatte zu kopieren, das system derart schockiert, daß diese meldung nun immer und immer wieder aufblinkt, sooft ich sie auch wegklicke. der aufschrei einer gequälten kreatur.
ich reiße meine geliebte kamera aus dieser datenbusfahrt in den abgrund, aber das merkt windows schon gar nicht mehr. straffe leistung, wenn man bedenkt, daß der rechner vor etwa 2 monaten gekauft und neu aufgesetzt wurde...
von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Friday, 18. july 2008 5 18 /07 /Juli /2008 09:38
K:
ich bin grad aus einer langwierigen reihe von bohrungen entlassen worden. heut früh in der anstalt hab ich ein glas sekt trinken müssen und das fuhr mir in einen weisheitszahn, ganz furchtbar weh hats getan. wieso nur, ach weh, wieso mir? kann ja mal sein, dacht ich und biß beherzt erst in knusperflocke dann in toffifee. das konfekt mit dem bekloppten mitropanamen war ein karamellener blitzkrieg, eine klebebombe die explodierte so, daß ich nicht mal genau sagen konnte, welcher teil meines kopfes jetzt eigentlich barst. dieses schmerzinferno, zahnschmelzschmelzender feuersturm, trommelfeuer der kohlehydrate, zuckriger zahnzerspleißer, geißel der zivilisation und endlösung jeder klar und deutlich hervorgebrachten frage fegte alle meine guten gedanken hinfort und übrig blieb nur der eine:

warum ich?

da ich in der buchhandlung
(k geht immer, wenn er zum zahnarzttermin zu zeitig erscheint erst mal in den buchladen nebenan und kauft dort meist ein fachbuch für grafiker. anm. d. red.)
jetzt alle interessanten bücher gekauft habe und keine weiteren termine fürs nächste halbe jahr vorgesehen waren, muß ich wohl oder übel auf den fotoladen gegenüber ausweichen. und das wird schlimm, denn die haben pelikoffer. die zukunft ist schwärzer noch als karies und loch zusammen.


T:
ach du je-mi-nee.
beiss die zähne zusammen, mein herzl, ...bald hast du alle zähne durch, alles plaste, dann ists vorbei.

warum du? weil du bieeeess schreibst...biß... statt biss... da krüllt sich der zahnnerv, und straft dich ab.  so siehsts aus.

bis später,
t.

K:
das hat dir nur jemand erzählt und du hasts geglaubt. Biß, Miß, Muß, Kuß, Faß, was wär ein Faß ohne sein ß? ein tropfendes zerfahrendes auslaufendes Fass? akkustisch irgendwie undicht und schon wenn mans nur schreibt unbrauchbar! und wie kam es zu Maß, Spaß, muß ja wohl ein irrtum gewesen sein. jahrhunderte lang waren wir dumm, jetzt sind wir klug, denn jetzt, da sich nicht mal mehr die lehrer die schreibregeln merken können, da passen wir einfach die regeln unseren fehlern an. juhu, doppelplusgut. und als nächstes, wenn die nächste umfrage schockartig offenbart, daß kinder nicht mehr in der lage sind, ohne vorgefertigte sms texte guten tagzu sagen, dann schaffen wir die unregelmäßigen verben ab.
dann wir aus singen - sang - gesungen nämlich singen - singte - gesingt. das gefällt dir dann bestimmt auch, oder?
und trinken - trinkte - getrinkt, aber das ist dann auch egal, weil die moderne jugend ja voll fett binge-drinking und so. gg lol.

mach die sprache zur matheaufgabe, brich sie runter auf den kleinsten gemeinsamen nenner, so daß sie auch das letzte biiiißchen unwägbarkeit und tiefe verliert, wir brauchen eh nur was das handy beim tippen vorschlägt. das problem liegt woanders, liebste tanja. die sprache muß sich nicht weiterentwickeln sondern die leute. aber das geht eher rückwärts. wenn man sich mal draußen umguckt, von hier bis burma, dann ist die rechtschreibreform ein völlig überflüssiger, schwachsinniger luxus, der ebensolchen leuten einen haufen geld in die tasche gespült hat. vielleicht wär die ganze kohle in den schulen besser aufgehoben gewesen statt drei mal neue duden zu drucken...
ich glaub davon krüllen sich meine zahnnerven zusammen.

T:
du hast auch vor der neuen rechtschreibung das ß nicht verstanden, da ist deinproblem.
ß wurde nämlich zu ss im plural... blödi.

 aber naja. es ist zumindest erbärmlich, wenn du alt und neu gar nicht mehr kannst... und es sieht ganz schlimm aus, wenn du schreibst...als akademiker besonders. die neuen gesetze sind neue gesetze, die solltest du akzeptieren, weil es wirklich richtig dumm aussieht, was du schreibst.
was ist denn so schlimm dran, wenn du vor langen vokalen das ß behälst und den rest kurz und knackig schreibst. immerhin wurde das ß nicht abgeschafft.

K:
naja, bei mehreren fässern kann man eine gewisse klangliche unschärfe schon in kauf nehmen, dafür sinds ja mehrere. wenn die akkustisch dicht sein sollen, macht man eben zuber oder tonnen draus. auch ein bottich klingt eher so, als obs drinnen schwappt und nicht draußen. ich hab das schon kapiert, wie kommst du da drauf, hab ich mich irgendwo verschrieben?

schau dir doch mal exemplarisch das kunststofffass an. sieht man dem wort nicht die ganze blödigkeit der neuen rechtschreibung an? schreit das wort einem nicht geradezu ins gesicht, daß neu nicht zwingend besser ist? dieses verbrechen haben menschen begangen, die einmal definiert haben, daß 1+1 immer und überall zwingend 2 ist und daß ein uniabschluß immer und überall zwingendes indiz für die anwesenheit von geist ist. das sind leute, in deren köpfen kein platz dafür ist, daß zwischen 1 und 1 noch spielraum besteht und deshalb manchmal 5 und manchmal traktor rauskommt. von so was läßt man sich doch nichts vorschreiben?? ich meine, das sind leute, die nicht in den spiegel sehen können ohne irgendwas auf latein zu sagen, entschuldige mal, da laß ich mir doch nicht in die suppe spucken, das ist doch fast, als ob die nutten vom strich kommen und allen vorschreiben, wie man kinder macht.
naja, weißt schon, wie ich das meine. das würdest du doch auch nicht wollen, oder? hä? HÄ?

(an dieser stelle entglitt das gespräch zusehends den köpfen der beteiligten, trudelte durch ein offenstehendes fenster hinaus und geriet auf die klara zetkinstraße, wo es leider von der voll besetzten und leicht verspäteten linie 12 überfahren wurde, anm d. red.)
von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Thursday, 17. july 2008 4 17 /07 /Juli /2008 12:02
ich bin am boden zerstört.
dieses aufstehen bringt mich irgendwann um. vor allem, weil der zusammenbruch immer schleichend über dich kommt. wen du in der bahn stehst und die ganze zeit auf einen leeren sitz schaust und den zusammenhang zwischen sitz und stehen nicht begreifst, bis ein trupp pickliger studiermädchen in windjacken um dich drängt und geminsam laut für ne prüfung lernt und seine elende existenz durch die ganze bahn schreit (was issn der unterschied zwischen steuern und regeln??) und du schaust und begreifst, aber auf dem leeren sitz sitzt nun ein dünnes geschöpf mit einem verunglückten barbierexperiment auf den schultern, schmalen Lippen und einem langweiligen buch. das hat auch der sitz nicht verdient. verdammt. regeln = messen und steuern. das weiß doch jeder blödmann, dazu mußman nicht frühs mit der 3 in die uni fahrn wenn ich da bin und sein antiwissen auch noch so enthemmt allen vor die füße kippen.

naja, jedenfalls hab ich mich heut früh so umgesehen und festgestellt, daß mir formen und muster überhaupt nichts sagen. null. wahrscheinlich hab ich auch deshalb meine jacke nicht gefunden. weil ich sie einfach nicht vom stuhl, auf dem sie hängt, unterscheiden konnte. hab ich halt die andre angezogen. war kalt, auch das noch. kannst dir vielleicht vorstellen, was für ungeheure schwierigkeiten es macht, all die tasten hier mit ihren für meinen aggregatzustand völlig identischen beschriftungen auseinanderzuhalten. meine shiftlocktaste piept jetzt seit einiger zeit. da weiß man immer, wenn sie gedrückt ist. die anderen tasten sollten auch akkustisch untermauert sein, sollten "a" oder "s" sagen. und wenn man schnell genug tippt, kann man die worte hören... das wär doch was, oder? oh je. oh je. ich hab manchmal den verdacht, das kommt von der prise muskatnußpulver, das ich mir manchmal in die einschlafmilch tu. man müßte ds mal in einem experiment erörtern. ich vermute einen effekt von tiefster gleichgültigkeit in den unteren bewußtseinsschichten, der das aktive denken allerdings nicht direkt betrifft. man möchte denken, aber dem gehirn ist das egal. so in etwa stelle ich mir den muskateffekt vor. nicht grad interessant, aber das erklärt auch, wie man mit der nuß gut einschlafen kann. wahrscheinlich liegt man noch eine weile wach und ruft in seinen kopf hinein "spiel mit mir!!!" aber keiner antwortet. da macht wachbleiben einfach keinen sinn mehr.

und dann sitzt man da, an einem fremden tisch, ohne jacke und vor einem stehen zwei schwarze tassen, die je ein schwarzes, erkaltendes getränk schlimmster geschmackscoleur enthält. eins ist tee, eins kaffee und die milch ist alle. und alles was man denken kann ist ein bekanntes filmzitat:

WHY DO YOU LAY THESE TROUBLES ON AN ALREADY TROUBLED MIND?



na, wer hats gesagt???

von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Thursday, 17. july 2008 4 17 /07 /Juli /2008 11:32

so?

K:    ...von mir kriegste alles! ich gebs dir gern, weil du meine liebste bist.
aber wir haben gelernt, daß der blöden, bedingungslosen liebe nur die
kleinen kinder fähig sind...

oder so.

T:   bedingung...na...was iss denn deine bedingung?

K:   daß du dein amt als abschnittsbevollmächtigte zuneigerin in der sache
manauke/knauke, aktenzeichen 071073... in gewissenhafter und ehrbarer
weise bekleidest und insbesondre in den sachgebieten


1.4 gequatsche anhörn
1.8 interessante sachen machen
  1.8.2 in zoo gehn oder so
  1.8.4 weniger shoppen
  1.8.5 mehr spazieren gehn
     1.8.5 a) auch mal außerhalb des kümmerlichen zeitfensters, daß an
unseren wochenenden zwischen endlosem aufstehen und der nächsten
geburtstagskaffeerunde bleibt und meist mit shoppen verhaun wird (dazu bitte
nochmals die ausführungen des genossen a. altmann einsehen und
sachbezüglich auswerten)

sowie das gesamte sachgebiet 2, welches hier aber aus
geheimhaltungsgründen nicht weiter benannt wird

(sowie allen anderen, natürlich mit einigen ausnahmen, wie z.b.
SG5 "kochen und so")


die aktuell anfallenden planrückstände nachhaltig in zugewinne im
interesse der volkseinheit pinkel/manauke Aktenzeichen 42 65 587,
wandelst. Im wesentlichen ist die parteileitung mit ihrer arbeit sehr
zufrieden, möchte ihnen aber in genossenhafter weise nahebringen, daß
ihr durchaus lobenswertes engagement im dezernat "sorge um die zukunft"
möglicherweise einige resourcen bindet, die dem dezernat "freude an der
gegenwart" und somit dem inneren betriebsklima und
ökologisch-ökonomischen gleichgewicht der einheit pinkel, aktenzeichen
130572... abgängig werden und somit letztendes das gesamte
bruttosozialprodukt im betreffenden sektor nicht in vollem maße erreicht
werden kann.

hochachtungsvoll
so.

von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Tuesday, 15. july 2008 2 15 /07 /Juli /2008 22:51

haaallooo!

dein betrieb zerstört mein leben. ich bekomme überhaupt keine

mails mehr von dir. meine tage sind grau und öd. ohne dich hier im

steinbruch. ich hau mir manchmal absichtlich auf den finger, nur der

abwechslung wegen.
 

aber so richtig wie früher ist das nicht. das war lustiger, als du mir

manchmal noch geschrieben hast, von dienstfiguren, lakritzsoldaten und

der zauberhöhle mit dem riesen plasmabildschirm... haha, da hab ich

gelacht. jetzt ist alles anders. ich hocke hier auf meinem - äh -

felsen, zermahle steine und esse steinmehl, grau sind meine tage und

selbst die sonne bringt nur noch mehr grau ans tageslicht.

 

ooooch...

 

der himmel ist staubgrau, der boden auch so weit man sehen kann. da

horizont und himmel der farbe wegen miteinander verschmelzen, sieht man

aber gar nicht, wie weit man sehen kann und so gibt es nicht mal mehr

den raum um einen herum, sondern nur noch ein allgegenwärtiges grau- in

dem ich sitze und steine zermahle.mit anderen steinen.

ich hocke vor einem flachen grauen fels, den ich

aus lauter langeweile "tisch" getauft habe und schabe mit einem kleinen,

faustgroßen mausgrauen stein den ganzen tag darauf herum. das

entstehende mehl verstecke ich in hautfalten unter den achseln. ich

hoffe, eines tages ein loch in den fels geschabt zu haben, das groß

genug ist, daß ich meinen kopf hineinstecken und mit dem gesammelten

steinmehl aus meinen achseln begraben kann.

mit einem anderen stein kratze ich mir ab und zu am ohr. aber das ist

kein guter stein, immer glaube ich, stimmen zu hören, wenn ich ihn

aufhebe. manchmal antworte ich den stimmen, aber ganz leise, denn ich

möchte nicht, dass die anderen steinklopfer merken, daß ich schon

verrückt bin.

 

mitten im steinbruch, nicht weit von der stelle, an der ich festgekettet

bin, gibt es eine art quelle, aus der eine stinkende braune flüssigkeit

sickert. man läßt diese in eine vertiefung im boden tröpfeln und immer

drängen sich ausgemergelte gestalten um den schlammigen pfuhl und

schlürfen gierig die bittere substanz aus dem staub.

keiner spricht ein wort.

 

ich schabe stumm mit meinem stein herum und stiere trüb ins graue

nichts.

es war so schön, als du mir noch schreiben durftest.

 

 

von Knaukemanauke - veröffentlicht in: Briefe an Freundin
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Über diesen Blog

so ist das hier:

Dieser Blog ist nicht etwa ein literarisches Machwerk, Fiktion und Tralala oder Hobbyschreibspaß. Meine Freundin, die auf den überaus lustigen Namen Tanja Pinkel manchmal hört, bloggt hier immer Mails, die ich ihr von Arbeit schreibe, wenn es mir dort nicht so gut geht. Alles ist echt und nichts erfunden. Auch wenn ich nicht genau weiß, was "bloggen" eigentlich ganz konkret sein soll, freiwillige Offenbarung, communes Händchenhalten, die Gazette der Herzen, der Rahm der Sauertöpfe... egal.

Die Tanja macht eben ihr Ding. Ich geh einfach nur zur Arbeit.

 
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